FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Dass du alt wirst, bemerkst du auch an der Wahl deiner Fernsehserie. Wenn du schon bei "Sex and the City" hängen bleibst, wo all die Thirtysomethings eigentlich nur eines suchen: einen Ehemann. Und dann setzten sie auch noch die letzte Serie ab, die mit deiner Jugend irgendetwas zu tun hat: "Beverly Hills 90210". Elf Jahre Seifengeschichten über junge, fesche, oberflächliche, dämliche Menschen haben ein Ende. Und obwohl du diese schick-öde Partie offiziell seit Jahren nicht mehr angeschaut hast, warst du zum Serienfinale ein bisschen sentimental: Donna und David heiraten doch, Kelly bekommt Dylan, Steve ist ein braver Ehemann und Vater geworden - und selber bist du auch keine achtzehn mehr. Das merkst du daran, dass Dylan nicht mehr verwegen gut, sondern wie ein magenkranker Beamter aussieht. Bleibt nur, nach interessanteren Männern im US-Serienzirkus zu suchen, nach Männern wie Tony Soprano: kleiner Mafiapate ("mittleres Management"), geplagter Ehemann, Sohn und Vater, der sich bei einer netten Ärztin in Psychotherapie begibt, weil ihm das Leben zu viel wird ("Die Sopranos", ZDF, Samstag, 23.15). Vergesst Beverly Hills.


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