BEST VAN BEETHOVEN: Die fünf feinsten Fünften

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Arthur Nikisch, Berliner Philharmoniker (1913) auf Vol. 20 der "Complete Beethoven Edition" (DGG/Universal).

Die erste Einspielung einer kompletten Symphonie. Ihre Tonqualität ist natürlich jenseitig, und auch sonst musste Pionier Nikisch technikbedingt einige haarsträubende (Tempo-) Kompromisse eingehen. Weil er aber auch 1913 noch den Klangidealen des 19. Jahrhunderts verpflichtet war, kann man sich hier wenigstens ungefähr vorstellen, wie ein Orchester zu Beethovens Zeiten geklungen haben mag. Ein Fall für Freaks.

Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker (1963) Gesamteinspielung (DGG/Universal).

Selbst eingefleischte Karajan-Gegner geben zähneknirschend zu: Des Maestros erster von insgesamt drei Beethoven-Zyklen mit den Berlinern ist nicht nur das Beste, was der Mann je gemacht hat, sondern auch ein All-Time-Klassiker der Beethoven-Interpretation. Vom kalten, glatten Schönklang des späteren Karajan fehlt hier jede Spur, der noch latente Hang zum später so hohlen Pathos verliert

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