Orchidee und Maschine

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

HILDE HOLGER (1905-2001) Hilde Holger, seit den Zwanzigerjahren treibende Kraft des expressionistischen Tanzes, ist am 22. September im 96. Lebensjahr in London verstorben. 

Hinter der Tür mit dem Schild "hilde holger school of contemporary dance", das zu einer Wohnung in der Oval Road in Camden Town/Nordlondon führt, verbirgt sich eine der bemerkenswertesten Biografien des 20. Jahrhunderts. Bei unserem Gespräch im Frühling des letzten Jahres saß die 95-jährige Hilde Holger in ihrem Wohnzimmer zwischen Bildern befreundeter Künstler wie Felix Albrecht Harta und Antios und erzählte von ihrer Entfremdung von der alten Heimat Wien. "Nach der Umstellung konnte ich es nicht mehr lieben", sagte sie über die Stadt, der sie zuletzt 1979 einen flüchtigen Besuch abgestattet hatte. Mit dieser täuschend sachlichen Formulierung meinte sie nichts Geringeres als die Machtübernahme der Nazis, in deren Folge sie selbst das Land verlassen musste und ihre gesamte Familie im Konzentrationslager


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