Tod in Wisconsin

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

LITERATUR. Stewart O'Nans apokalyptischer Roman "Das Glück der anderen" zeigt, wie der Überlebenskampf zur Verwaltung des Todes wird. 

Viel war dieser Tage vom Einbruch des Realen in eine Kultur die Rede, die den eigenen Phantasmen von der Virtualisierung auf den Leim gegangen sei. Mitunter musste man angesichts der kursierenden Kommentare den Eindruck gewinnen, die USA hätten eigentlich dankbar zu sein für den therapeutischen Schock des Attentats auf das World Trade Center, durch welches sie von Terroristen gleichsam in die Wirklichkeit zurückgebombt wurden: Schau einer an, man stirbt also doch!

  Am 11. September ist die deutsche Ausgabe des jüngsten Romans von Stewart O'Nan ausgeliefert worden, und seltsamerweise ist während des Exportes aus den angeblich so todesvergessenen USA der Tod verloren gegangen. Aus dem Titel, der im Original "A Prayer for the Dying" (also "Ein Gebet für die Sterbenden") lautet, wurde in der deutschen Übersetzung "Das Glück der anderen". Befürchtet


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