Stadtrand: Punk- und Banksache

Stadtleben | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Auweia. Da haben die Leute von den Bezirks-Schwarzen Mariahilf wieder eine gute Idee gehabt. Angeblich stören nämlich Horden von Punks auf der Mariahilfer Straße den dort shoppenden und flanierenden Rest der Bevölkerung. Durch Schnorren zum Beispiel. Durch öffentliches Dosenbiertrinken. Oder durch bloße Anwesenheit. Die Bezirksopposition fordert nun Maßnahmen zur Lösung des so genannten "Problems" und der Klubchef hat auch schon eine echt gute Idee: Die Sitzbänke auf Wiens größter Einkaufsstraße sollen entfernt werden. Denn wo es keine Sitzgelegenheit gibt, da gibt es auch kein Punkproblem. Wer mag schon auf seinen angestammten Sitzplatz verzichten? Ganz davon abgesehen, dass es auf der "Mahü" weitaus unangenehmere Störfaktoren gibt als Schnorrpunks (zum Beispiel die "Hast du zwei Minuten Zeit für Kinder/Umweltschutz/ Tiere"-Drückerkolonnen): Haben die Bezirks-VPler noch nie Punks gesehen? Welcher Stachelfrisurbesitzer braucht zum Sitzen schon ein Bankerl? Sogar 35-jährige Punkopas lassen sich lieber gleich auf den Boden nieder. Von wegen gegen das Establishment und so. Kleiner Tipp an die Mariahilfer Volkspartei: Gegen die Punkplage helfen nur noch Taubenstacheln. Und zwar flächendeckend. Obwohl: Da bleiben Einkaufssackerln so leicht hängen. C. W.


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