Fragen Sie Frau Andrea: Geheimdienstliches

Stadtleben | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Liebe Frau Andrea!

Mit meinem Kombi muss ich oft in zweiter Spur oder vor einer Ausfahrt halten, um etwas auf- oder abzuladen. Damit ich in solchen Fällen nicht gleich Schwierigkeiten mit der Polizei bekomme, stelle ich ein Schild hinter die Windschutzscheibe mit dem Text: "BIN LADEN". Mache ich mich dadurch verdächtig, ein Sympathisant von Bin Laden zu sein? Muss ich wegen meines Schildes vielleicht mit noch größeren Schwierigkeiten rechnen, als abgeschleppt zu werden?

Herzliche Grüße,

Lángos Lakatos, Wien Erdberg

Lieber Lángos,

auweia, das kann brenzlig werden. Ganz schön brenzlig. Bitte lassen Sie keinesfalls Tapetenmesser auf dem Nebensitz liegen! Auch Bedienungsanleitungen von Flugzeugen, ausländische Herrenmagazine und harmlos aussehende Pakete sollten sich tunlichst nicht in Ihrem Kombi befinden. Ich fürchte, dass auch Halten in erster Spur, ja sogar einfaches Parken geeignet wäre, großen internationalen Verdacht auszulösen. Die Welt ist gewarnt, Ihr Schild ist ein Problem. Aber wohin damit? Falsch schreiben? Sehr verdächtig. Verstecken? Bloss nicht, das könnte den Tatbestand der terroristischen Verschwörung noch verschlimmern. Stellen Sie sich vor, man fände Ihr "Bin Laden"-Schild im Handschuhfach! Neben den Papieren! Nicht auszudenken. Ich sehe nur einen Ausweg aus dem Dilemma. Legen Sie demonstrativ die ungelesene (!) Bedienungsanleitung eines Fahrrades auf ihren Nebensitz. Daneben eine abgegriffene, gut durchgeblätterte Bibel, Autogrammkarten von Bischof Krenn sowie ein gebrauchtes Buttermesser. Hinter Ihre Windschutzscheibe stellen Sie dann ein Schild mit dem Text: "BIN NICHT LADEN". Das könnte klappen.

Schreiben Sie Frau Andrea: dusl@falter.at; und besuchen Sie:


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