Die Kunst kommt aus der Not

Stadtleben | CORNELIA KREBS | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

KZ-ÜBERLEBENDER. Tagtäglich malt sich Karl Stojka die Schrecken der Vergangenheit von der Seele. Bilder des KZ-Überlebenden, Malers und Autors werden zurzeit in einer Ausstellung im 3. Bezirk gezeigt. 

Eigentlich hat Karl Stojka keine Zeit. "Können Sie nicht später wiederkommen?", fragt er etwas unwirsch. Sein alter Pinscher kläfft heiser. Es riecht nach Ölfarbe. "Wissen Sie, eigentlich habe ich gar keinen Geburtstag. Den haben sie mir damals gestrichen." Aus einem Stapel von Büchern zieht er einen Katalog hervor und blättert darin. "Hier, die Karteikarte der Gestapo." ?.5.1931 steht da. "Ein Zigeuner kann einfach nicht am selben Tag wie der Führer geboren sein." Soll ich jetzt bleiben oder wieder gehen? "Also bitte, setzen Sie sich, damit wirs hinter uns bringen."

  Karl Stojka, am 20. Mai 1931 in einem Wohnwagen irgendwo in Burgenland geboren, hat seine Geschichte schon viele Male erzählt. Doch er kann nicht einfach nur die wichtigsten Eckdaten wiedergeben. Die grausigen


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