Martha ... Martha

Finsteres Frankreich

Extra | Christian Cargnelli | aus FALTER 41/01 vom 09.10.2001

Ausgangspunkt aller Schrecken ist die Familie. In der ersten Szene be sucht die Titelheldin ihre Eltern, die Mutter sitzt ihr gegenüber und spricht sie als "Marie" an. "Martha, Martha, Martha!", schreit die Tochter ihren Namen heraus, so heiße sie, ihre Schwester Marie lebe in Spanien. Und verlässt abrupt die ärmliche Stube, in der es düster und dunkel ist - und nicht nur weil trübes Wetter herrscht.

Hélène Louvarts Fotografie, schon in Sandrine Veyssets ersten beiden großartigen Filmen "Y'aura-t-il de la neige à Noël?" (1996) und, vor allem, "Victor - pendant qu'il est trop tard" (1998) von brillanter Einfühlungskraft, was die Charakterisierung menschlicher Abgründe anbelangt, trägt auch hier entscheidend zur Wirkung bei: Wieder müssen sich die Figuren durch ein finsteres Frankreich kämpfen, ein Land der schäbigen Wohnungen, trostlosen Flohmärkte und Provinzkaschemmen. Unerforschlich bleibt durch alle kleineren und immer größer werdenden Katastrophen des Films das (Kindheits-)Trauma,


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