Ein Freibeuter der Verhältnisse

Extra | Elisabeth Büttner | aus FALTER 41/01 vom 09.10.2001

Special In den Filmen von Alain Guiraudie wird geschlendert, eilig gegangen, gerannt und nach Herzenslust fabuliert: Mit ihrem Special stellt die Viennale das eigenwillige Werk des als Geheimtipp gehandelten jungen Filmemachers vor. 

Die erste Entscheidung erzählt von einer Reduktion. Alain Guiraudie setzt in seinen Filmen auf die Einheit des Ortes: Ein Portal, zu erreichen durch enge Gassen, lädt zu nächtlichen Diskussionen ein ("Les héros sont immortels", 1990); schmale Straßenzüge einer Provinzstadt bergen die Verfolgung eines Anarchisten der roten Farbe ("Tout droit jusqu'au matin", 1994); Stämme kahler Baumgruppen bieten Entführern kurze Nachdenkpausen ("La force des choses", 1997); Kalkplateaus geben Fährten von Suchenden eine Topographie ("Du soleil pour les gueux", 2000); das Gelände einer aufgelassenen Fabrik fasst den Abschied von der Arbeit und von Geliebten ins Auge ("Ce vieux rêve qui bouge", 2001).

Der Übersichtlichkeit der Orte antworten eine Vielstimmigkeit und


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