Krähe zur Sonntagssuppe

Extra | Stefan Reinecke | aus FALTER 41/01 vom 09.10.2001

Heimat Womöglich sind Licht, Wolken, Dünen ja die Hauptdarsteller in "Kurische Nehrung". Volker Koepps neuer Dokumentarfilm jedenfalls ist bei weitem nicht sein bester. 

Wir sehen die Schatten der Wolken, die über die Dünen ziehen. Wir sehen das Blaugrün des Meeres und hören das Pfeifen des Windes. Traumverloren wirken Thomas Plenerts Bilder der Kurischen Nehrung, jener schmalen, hundert Kilometer langen Landzunge südlich von Kaliningrad. Wie gemalt scheinen manche dieser Landschaftsbilder, mal mit dramatisch wechselndem Licht, mal Stillleben - und so verwunschen schön, dass Menschen darin wie fremd erscheinen mögen.

Der Ostberliner Dokumentarfilmer Volker Koepp interessiert sich schon lange für diese Gegend. In "Kalte Heimat" zeichnete er Mitte der Neunziger ein zweieinhalbstündiges Porträt Ostpreußens: das Bild einer geschundenen, von dem Terror des 20. Jahrhunderts, von Völkermord und Vertreibung verwüsteten Gegend. Koepp-Filme sind stets weniger analytisch als atmosphärisch.


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