Hammel-Filme

Stimmen im Off

Extra | aus FALTER 41/01 vom 09.10.2001

Sea Concrete Human

Eine Computerstimme verliest einen wissenschaftlichen Bericht. Objekt der Untersuchung sind archäologische Artefakte einer ausgelöschten Spezies: der Menschheit. Der Fund: Fotografien, Filmaufnahmen, das Tagebuch der letzten Überlebenden. Vermag dieser Fund die Katastrophe zu erklären? Auch die Maschinen sind zur Skepsis fähig: "Bilder besitzen nur zweifelhafte Beweiskraft."

Michael Palm, früher gelegentlich als Filmkritiker und seit ein paar Jahren vor allem als Cutter, aber auch Komponist und Sounddesigner (u.a. für Filme von Karin Berger, Fridolin Schönwiese, Johannes Holzhausen) tätig, hat mit "Sea Concrete Human" einen halbstündigen Science-Fiction- Film gemacht, der nicht zuletzt der dystopischen Literatur eines J. G. Ballard seine ("The Terminal Beach") Reverenz erweist: apsychologisch, kühl und von rätselhafter Schönheit.

Künstlerhaus: Di, 30.10., 18.30 Uhr (OmU)

K.aF.ka fragment

Johannes Hammel, Koproduzent des Films, hat selbst die Kamera besorgt, Joerg Burger das stimmige Licht: Darüber hinaus bleibt nur festzustellen, dass man etwas wie "K.aF.ka fragment", die neue Arbeit des in Berlin lebenden österreichischen Regisseurs Christian Frosch, selten gesehen hat.

Frei nach Kafka, dessen Briefe an Felice verlesen werden (Sprecher: Dominik Bender), sehen wir einen Mann (Lars Rudolph, wie so oft überfordert) und eine junge Frau (Ursula Ofner, in Anna-Karina-Styling) durch Stuttgart, Wien und Berlin laufen. Es geht, natürlich, um "die Liebe, das Schreiben und die Unmöglichkeit": quasi auf experimentell - totale, tote Bilderwut. - Am 2. August 1914 notiert Kafka: "Deutschland hat Russland den Krieg erklärt. Nachmittag Schwimmschule." Exakt auch die Attitüde dieses Films.

Metro: So, 28.10., 21 Uhr / Stadtkino: Mo, 29.10., 18 Uhr


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