VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

... berichtete Fritz W. Weisz, dass Wien bald ein neues Stadtkino am Schwarzenbergplatz bekomme.

Es gibt eine Stadt in Europa mit mehr als zehn kommunalen Kinos. Ihre Gemeinde hat eine Firma gegründet, die diese Kinos verwaltet und programmiert. Sie unterliegt kommerziellen Gesichtspunkten. In den Tageszeitungen kann man sich von der Qualität des Gebotenen überzeugen: Man kann diese Kinos nicht von den Kinos unterscheiden, die sich im Privatbesitz befinden. Die Stadt heißt Wien. Die Firma, die die Kinos verwaltet, heißt KIBA.

  Die Kritik an der Programmierung ihrer Kinos ist so alt wie die Firma selbst. Stets wurde von der Gemeinde die Errichtung eines subventionierten kommunalen Kinos gefordert - wie es sie in der BRD seit Jahren gibt -, das durch programmatische Freiheit ohne kommerzielle Verpflichtungen imstande wäre, eine Art Kino zu machen, dessen Programm nicht im privaten, sondern im öffentlichen Interesse läge. Das öffentliche Interesse definiert sich hier also durch Abgrenzung vom privaten, das ja nicht von künstlerischen, sondern nur von profitablen Gesichtspunkten ausgeht.

  Wien bekommt ein Stadtkino. So viel steht fest und wurde uns vom Kulturamt der Stadt Wien auch mitgeteilt. Welches Kino es ist, was es kostet und welches Programm es haben wird, steht nicht fest - zumindest noch nicht offiziell.


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