Neue Weltunordnung

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

AUSLAND. Seit dem 11. September sieht die Welt auch für die Gegner der Globalisierung anders aus.  

Erinnert sich, angesichts der Bomben auf Kabul, der flammenden Wahnsinnsaufrufe des Osama bin Laden und der Trümmer von Manhattan, noch jemand an die Fronten von Genua, Göteborg und Seattle? Als Protagonisten der ungebremsten Macht der Märkte und eines sich immer weiter zurücknehmenden Staates standen Regierungschefs und Präsidenten einer weitgehend feindlichen europäischen Öffentlichkeit gegenüber. Amerika-Zentriertheit, Unilateralismus und kühle Verachtung für internationale Verträge machten George Bush zum besonderen Aggressionsobjekt. Von Gipfel zu Gipfel schien die Antiglobalisierungsbewegung sowohl breiter als auch militanter zu werden. Die soziale Regulierung der grenzüberschreitend wirkenden Kräfte des Kapitals, weltweite Umverteilung und die politische Domestizierung der Finanzmärkte, symbolisiert durch die ersehnte "Tobin-Steuer" auf Devisenspekulationen, wurden

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