Eine österreichische Karriere

Politik | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

ZEITGESCHICHTE. Fast 30 Jahre nach der Verleihung des Nobelpreises an Konrad Lorenz liegen etliche neue Dokumente über dessen NS-Verflechtungen vor. Nicht nur das Bild von Österreichs populärstem Wissenschaftler nach 1945 bedarf einiger Korrekturen. 

Da wir keinen Konrad Lorenz mehr haben, brauchen wir jetzt ein eigenes nationales Gewissen. ,Wiwiwiwi', sagte das Gänsekind." Mit diesen Worten schloss Günther Nenning vor mehr als zwölf Jahren im Nachrichtenmagazin profil seinen vierseitigen Nachruf auf Konrad Lorenz. Der greise Forscher mit dem damals schlohweißen Bart war in seinen letzten Lebensjahren zum österreichischen Mythos geworden: Gemeinsam mit Karl von Frisch war er der einzige Nobelpreisträger des Landes nach 1945; er hatte sich lange vor Tschernobyl gegen die Atomkraft eingesetzt; und mit seinem Engagement in der Hainburger Au hatte er bei der Geburt der Grünen in Österreich mitgeholfen.

  Konrad Lorenz hat damit ein Stück jüngerer österreichischer Vergangenheit


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