FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

Die "Sopranos" - wie vergangene Woche an dieser Stelle erwähnt - sind ein wunderbares Beispiel für eine Fernsehserie, mit der man in Würde altern kann. Und einem Mann bei seinem Leben zuschauen, der ganz sicher eines nicht ist: ein Frauenversteher. Tony Soprano, Transportunternehmer und Mafioso ("mittleres Management"), versteht ja nicht einmal sich selbst. Der bullige Italoamerikaner mit der Villa im großbürgerlichen New Jersey, den Schlägerfreunden im Glanzstreifen-Trainingsanzug und der nervenden Familie leidet unter Aggressionen, Depressionen, Weltschmerz - deswegen geht er einmal in der Woche zu seiner Therapeutin. Die ihn jedes Mal mit ihren Fragen so aufregt, dass er brüllend die Praxis verlässt - so was kann sich ein italienischer Macho dann doch nicht bieten lassen. Noch dazu, wo er ständig von einer feindlichen Umwelt umgeben ist: Die sture Mama zieht noch aus dem Seniorenheim ihre Fäden, der hinterfotzige Onkel boykottiert seine Geschäfte, sein Mafia-Vorgesetzter liegt mit Krebs im Spital, die Ehefrau ist ihm entfremdet, bei den jungen Geliebten findet er keinen Trost: Vergesst den "Paten", schaut die Sopranos (ZDF, Sa 23.15 Uhr).


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