Kommentar: Das Millionen-Theater um den Rabenhof

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

So wild hat man Peter Marboe (ÖVP) noch nie erlebt. Der frühere Kulturstadtrat, der als Mister Konsens in die jüngere Stadtgeschichte eingegangen ist, überraschte vorige Woche mit einer geharnischten Presseaussendung. "Rabenhof-Subvention ist eklatantes Unrecht an anderen Wiener Theatern", hieß es da markig. Auch von einem "parteipolitischen Sündenfall" und einem "ernüchternden Rückschritt in der Wiener Kulturpolitik" war zu lesen.

Harte Worte. Aber worum geht es eigentlich? Vor einem Jahr hatte das Theater in der Josefstadt seine Studiobühne im Rabenhof aus Kostengründen eingestellt. Daraufhin meldeten einige Theaterleute - darunter der Altkabarettist Gerhard Bronner und das in die Jahre gekommene Regie-Enfant-terrible Karl Welunschek - ihr Interesse für die Erdberger Bühne an. Das Kulturamt ließ wissen, dass kein Budget für den Rabenhof vorhanden sei, und favorisierte Bronner, der das Theater ohne Subventionen führen wollte. Überraschenderweise setzte sich dennoch Welunschek

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