WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

Ich muss schreiben

Es ist fast Mitternacht, fast schon Sonnabend, und dieser BILD-Artikel ist nicht geplant. Ich muss ihn schreiben.

Mit diesen Worten beginnt Hauke Brast seinen Artikel für die Bild Zeitung. Und verspricht nicht zu viel.

Ich muss weinen

Zum ersten Mal seit den Anschlägen ist mein Herz aus dieser verdammten Starre erwacht. Ich habe vor Glück geweint, vor Rührung auch. Und erstmals seit den Anschlägen nicht aus Trauer.

Hauke Brast macht es spannend. Aber gleich kommts:

Ich war mitten drin

Ich war in "Mozart".

Die Premiere. Scheinwerferlicht, die ganze feine Gesellschaft. Ich mitten drin. Ohne Erwartung. Ohne Vorkenntnis. Dann erlosch das Licht.

Brast hat ein Musical gesehen.

Ich verstehe nicht viel

Wissen Sie, ich verstehe nicht viel von Kultur. Und geplant war, dass der große Premierenbericht am Montag in BILD steht. Das wird sicher gut sein.

Brast redet sich in etwas rein.

Ich wollte Ihnen nur mal schreiben

Ich wollte Ihnen das nur mal schreiben. Dass Sie da hin müssen. Auch wenn Sie vielleicht nicht so oft in ein Musical gehen. Es ist bestimmt nicht billig, da hinzugehen. Tun Sie es.

Ein letztes Mal Hauke Brast.

Ich habe gesündigt

Der beste Termin wäre vielleicht nach der Beichte, zerknirscht und reuig ob seiner stereotypen Sündenfälle. Da auch Ungläubige oft das Bedürfnis nach psychologischer Züchtigung verspüren ... in solchen Momenten sitzt der Film richtig. Die moralische Rute drischt auf den Zuschauer ein mit dem ratenweisen Selbstmord zweier Verlierer.

John über "Requiem for a Dream".


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