Es lebe der Autor

Kultur | NICOLE SCHEYRER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

STEIRISCHER HERBST. Das Grazer Festival stand heuer im Zeichen einer wiederzuentdeckenden Moderne. Zu sehen war davon nicht allzu viel. 

Die Rede von der Postmoderne ist out. Aber was kommt als Nächstes? Der Intendant des steirischen herbstes, Peter Oswald, präsentiert in seinem Katalogtext zum diesjährigen Festival die Lösung: "Neue künstlerische und theoretische Identitätsstrategien bringen ein gebrochenes, fragiles, gleichwohl (noch) widerstandsfähiges und kritisch-vitales Ich hervor. Eine ,zweite Moderne' kann zur Wirklichkeit werden (...) Das Subjekt rebelliert." Wer dieses Subjekt einer zweiten Moderne sein könnte, erfährt man in diesem flotten Intro nicht. Und auch die in Graz gezeigte Kunst hat mit rebellischen Subjekten wenig am Hut.

  Der Begriff der zweiten Moderne stammt nicht von Oswald selbst. Als Kritik an einer oft auf anything goes verkürzten Postmoderne plädieren Theoretiker wie der Soziologe Ulrich Beck für eine reformierte Neuauflage der Moderne. Allzu


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