Die Alpen und die Toten

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

STEIRISCHER HERBST. In Klaus Händls Eröffnungsdrama "Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen" versuchen sich eine Frau und ein Mann die Wirklichkeit zurechtzureden. 

Sehnsucht bedarf der Entfernung. Dafür ist in Graz gesorgt. Die Uraufführung von Klaus Händls Eröffnungsstück für den steirischen herbst, "Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen", wurde dorthin verlegt, wo sich Fuchs und Bautechniker gute Nacht sagen. Wer über kein Privatauto verfügt, muss mit dem Taxi anreisen, denn die Straßenbahnen gehen in Graz mit den Volksschülern schlafen. Und ohnedies weiß nicht einmal geschultes Hotelpersonal so recht, wo sich das Bautechnikzentrum der TU befindet.

  Auch wenn sie durch eine Stoffbahn geteilt wurde, ist die Holzhalle noch immer riesig. Das Bühnenbild (Siggi Colpe) tritt sozusagen die Flucht nach vorne an und macht sich klein. In der Tiefe des Raumes eine Art Catwalk, und auch der Rest erinnert an eine morbide Modeschau: Im Eis der Polyesterflocken liegen


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