NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

POP

Leonard Cohen: Ten New Songs

Sony

Zen-Buddhismus macht die Menschen glücklich. Aber auch etwas langweilig. Nach neunjähriger Pause, die Leonard Cohen hauptsächlich in einem kalifornischen Zen-Kloster verbrachte, hat der mittlerweile 67-jährige Pop-Poet aus Kanada (siehe Interview in Falter 34/01) endlich wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben. Seine Stimme klingt tief und gut wie eh und je, aber die Bitternis, der Schmerz und der Zorn früherer Jahre sind nicht mehr herauszuhören. Ihm vorzuwerfen, dass es ihm zu gut geht, wäre zynisch. Cohens zehntes Studioalbum in 33 Jahren ist aber vor allem musikalisch enttäuschend: Er hat zwar immer eher deutlich gesprochen als gesungen, aber so wenig Melodie hatten seine Lieder noch nie. Und die Synthesizer-Arrangements von Co-Autorin Sharon Robinson klingen altbacken und billig, ohne LoFi-Charme zu verbreiten. More new songs, bitte - und einen neuen Produzenten gleich dazu.

WOLFGANG KRALICEK

Aber Das Leben Lebt: Masterpieces Of Human Sounds


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