Eine Reise ins Licht

DANIELA SANNWALD | Kultur | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

FILM. In Sean Penns Dürrenmatt-Verfilmung "The Pledge" begibt sich Jack Nicholson auf die Suche nach einem Mädchenmörder. 

Der Gegensatz könnte kaum größer sein: draußen weite Schneeflächen bis zum Horizont, gelegentlich ein Baum, dessen kahle Äste sich dem tief hängenden Himmel entgegenrecken, Stille; drinnen - ganz woanders - ist es laut, schwül und bunt. Dort feiern Dutzende von Menschen zwischen Bast- und Blumendekorationen eine Hawaii-Party; bunte Drinks, lustige Hütchen und alberne Witze inbegriffen. Sean Penn eröffnet seine Dürrenmatt-Adaption (die gleichzeitig ein ziemlich sorgfältiges Remake der Schweizer Produktion "Es geschah am helllichten Tag" von 1958 ist) geradezu programmatisch mit einer Parallelmontage: als deutlichen Hinweis auf die mathematische Definition der parallelen Linien, die sich nicht berühren oder schneiden.

  In "The Pledge" ("Das Versprechen") sind es die Lebenslinien des frisch pensionierten Polizeibeamten Jerry Black (Jack Nicholson) und

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