Genug ist nie genug

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

MUSIK. Yoko Ono wird als bahnbrechende Künstlerin und Musikerin vielfach unterschätzt. Ihr neues Album "Blueprint For A Sunrise" stellt ihre Größe einmal mehr unter Beweis. 

Die traditionelle Rockkritik hat Yoko Ono einen markanten Platz zugewiesen: Die 1933 in Tokio geborene und in den Sechzigern als Mitglied der Fluxus-Bewegung und Performancekünstlerin berühmt gewordene Ono gilt gemeinhin als jenes böse Weib, das dem unschuldigen John Lennon den Kopf verdreht, ihn aus der kongenialen Partnerschaft mit Paul McCartney gelöst und damit den entscheidenden Nagel am Sargdeckel der besten Popband aller Zeiten versenkt habe.

  Vom sexistischen Unsinn dieser Dämonisierung einmal abgesehen, ließe sich das Ende der Beatles heute eigentlich weit gelassener betrachten. Nachdem die Band zwischen 1962 und 1970 moderne Popmusik quasi im Alleingang definiert hatte, bewahrte sie die Trennung doch nur davor, zum müden Abklatsch ihrer selbst zu werden. Also jenen Weg zu gehen, den in weiterer


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