Euroumstellung: Rechts oder links?

Stadtleben | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

Eigentlich wollten sie ja Euromusterschüler sein. Die europaphilen Menschen von Ikea. So gehört das schwedische Einrichtungshaus zu den großen Vorzeigeunternehmen, die sich selbst eine Europreisgarantie auferlegt haben: mit reduzierten Preisen in der neuen Einheitswährung. Blöd nur, dass gerade Ikea sich bei der Auszeichnung der Europreise strafbar macht. Denn im aktuellen Katalog stehen die Euros links, die Schillinge rechts - dem strengen österreichischen Eurowährungsangabengesetz (EWAG) nach muss es aber genau umgekehrt sein. Der Gesetzgeber lässt den Betrieben hierzulande keine Wahlmöglichkeit, wie das in anderen europäischen Ländern üblich ist: So wird hierzulande auch vorgeschrieben, dass der Schillingpreis oben und der Europreis darunter zu stehen hat. Daran hat sich auch der Ikea-Katalog gehalten - und damit teilweise rechtlich korrekt, teilweise falsch gehandelt. Eine absurde Situation. "Der Katalog liegt in ganz Europa auf und muss für ein Jahr gelten", erklärt die Ikea-Pressesprecherin. "Nur in Österreich haben wir leider das rechtliche Problem mit der Links-rechts-Auszeichnung im Katalog." 100 Millionen Stück verteile Ikea jährlich in Europa, für die 2,5 Millionen Exemplare in Österreich könne man das allgemeine Europa-Layout nicht mehr ändern, ein Neudruck der gesamten Auflage sei absolut unmöglich. So muss der Konzern eben die volle Härte des Gesetzes für den Verstoß gegen das EWAG in Kauf nehmen: Laut Arbeiterkammer sind das höchstens 20.000 Schilling (1453,45 E).


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