Arkadien liegt anderswo

VERENA MAYER | Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

JUNGE LITERATUR. Die Romanhelden von Ersi Sotiropoulos und Soti Triantafillou können mit den Sehnsuchtsangeboten Griechenlands nicht besonders viel anfangen. 

Was tut man mit seinen Sehnsüchten, wenn man in einem Land lebt und arbeitet, das ausschließlich als Sehnsuchtsort wahrgenommen wird? Eine Frage, die in vielen Romanen griechischer Autoren abgehandelt wird. In manchen findet sich auch eine gute Antwort. Sie lautet: sich verweigern. Denn die Leute, mit denen man es in den Büchern von Ersi Sotiropoulos und Soti Triantafillou zu tun hat, können rein gar nichts anfangen mit Partyinseln, geliehenen Mofas oder Tavernen, die aussehen, als würde gleich Alexis Sorbas durch die Türe kommen.

  Die idyllische Gegend, in der etwa die 1953 in Patras geborene Ersi Sotiropoulos ihren Roman "Bittere Orangen" ansiedelt, hat ihren Protagonisten nicht viel zu bieten. Lia liegt mit einer unheilbaren Krankheit im Spital, das Einzige, was sie am Leben hält, sind die Besuche ihres jüngeren Bruders

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