Die auf der Stelle treten

Extra | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

GRIECHISCHE GEGENWART. Menis Koumandares erzählt vom Fortschritt der Geschichte, der nicht allen in gleicher Weise zugute kommt. 

Menis Koumandares' Roman "Der schöne Hauptmann", an dem der Autor von 1972 bis 1982 geschrieben hatte, spielt zu größten Teilen in den Jahren von 1959 bis 1968 und damit in politisch bewegten Zeiten, deren wichtigste Ereignisse der Icherzähler eher beiläufig erwähnt (knappe Fußnoten versorgen den Leser mit der notwendigsten Information). Das Buch besteht zum überwiegenden Teil aus einer Binnenerzählung, in der sich der Erzähler an den Titelhelden erinnert.

  Atmosphäre und Erzählgestus des für die Übersetzung ins Deutsche mit dem Blue-Book-Preis ausgezeichneten Werkes sind von einer gewissen Viskosität geprägt: Das liegt zum einen daran, dass sich der Fall des "schönen Hauptmanns", dessen sich der Icherzähler seinerzeit angenommen hat, über all diese Jahre hinzieht. Wiederholt wird der Berufsoffizier wegen seiner angeblichen Charakterdefizite


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