Handgranaten unterm Rock

Extra | SUSANNE SCHABER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

IM KRIEG UND DANACH. Pavlos Matessis' Roman "Die Tochter der Hündin" erzählt von zwei Frauen, die sich durchschlagen und den Preis fürs Überleben zahlen. 

Epálxis, Anfang der Vierzigerjahre. Die Italiener und Deutschen haben die griechische Stadt besetzt, die Männer sind im Krieg, Frauen und Kinder am Verhungern. Rubíni, damals ein kleines Mädchen, kann sich genau erinnern: 28 Tage ohne Brot, nur eine Hand voll Kichererbsen, ein paar Kräuter. Da fasst ihre Mutter einen Entschluss, schneidet sich die Haare ab, leiht sich von der Nachbarin einen Stummel Lippenstift, marschiert zur Kommandantur, kehrt mit einem jungen Italiener zurück, Signore Alfio. Die Kinder werden aus dem Haus geschickt. Als sie zurückkommen, liegen ein Laib Brot auf dem Tisch, dazu eine Dose Thunfisch, Margarine. Ein paar Tage später kommt Alfio wieder: und wieder und wieder.

  "Die Tochter der Hündin" heißt der Roman von Pavlos Matessis, der weiß, wie man handfeste Geschichten erzählt. Und die Frauen


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