Wenn Matrosen träumen

Extra | CHRISTIAN ZILLNER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

SCHIFFSLITERATUR. Drastisch, poetisch und körperlich spürbar: Der griechische Dichter Nikos Kavvadias erzählt in seinem Roman "Die Wache" vom rauen Leben und Umgangston der Seeleute. 

Als Nachfahren des Odysseus müssen die Griechen ja etwas von der Seefahrt verstehen. Dies beweist auf eindrucksvolle Weise der 1954 in Griechenland erschienene Roman "Die Wache" von Nikos Kavvadias, der nun auch auf Deutsch zu haben ist. Kavvadias, der zuvor mit zwei Gedichtbänden in seiner Heimat bekannt geworden war, hatte die Arbeit an diesem Werk während einer Fahrt mit einem Dampfer 1952 begonnen - es sollte sein einziger Roman bleiben.

  "Die Wache" gehört mit "Moby Dick" zu jenen wenigen Büchern über die Seefahrt, die nicht schon durch die Odyssee vorweggenommen wurden. Denn Kavvadias erzählt mit einer brutalen und doch poetischen Deutlichkeit von all jenen Dingen, die eine Seefahrt nicht so lustig machen. "Die Wache" ist kein herkömmlicher Roman. Formal eher eine Sammlung von Kurzgeschichten,


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