"Ein Freund der Frauen"

Extra | GÜNTER KAINDLSTORFER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

BECKETT-BIOGRAFIE. James Knowlson hat sieben Jahre gebraucht, um die über tausend Seiten starke Biografie über seinen Freund Samuel Beckett zu schreiben. Im "Falter"-Interview spricht Knowlson über die Liebe des Dichters zum weiblichen Geschlecht, zum Whiskey und zum Boxsport. 

Zugegeben, die Beckett-Biografie von James Knowlson hat ihre Längen, vor allem im ersten Drittel. Wer den Schmöker ob seiner anfänglichen Langatmigkeit zur Seite legt, ist freilich selber schuld, denn der weltweit führende Beckett-Experte bietet faszinierende Einblicke in das Seelenleben des irischen Nobelpreisträgers. Samuel Beckett erscheint in Knowlsons Band als verzweifelt Suchender, nicht weiter überraschend, aber wir lernen den Schöpfer von Klassikern wie "Endspiel" oder "Warten auf Godot" auch als wackeren Whiskey-Trinker und schlagkräftigen Boxer kennen. Knowlson führt seine Leser nahe an Beckett heran, ohne eine voyeuristische Lesart zu unterstützen. Mit britischem Understatement breitet der


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