Erzählt keine Märchen!

WOLFGANG KRALICEK | Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

SOFTIE-ROMANE. Die Meistersarkastiker Nick Hornby und Hanif Kureishi versuchen sich in ihren neuen Romanen als gute Menschen. 

Die Londoner Schriftsteller Nick Hornby und Hanif Kureishi haben sich um den Liebes(kummer)roman große Verdienste erworben. Hornby, 44, hat das Thema in "High Fidelity" (1995; deutsch: 1996) in die erfrischend sarkastisch und originell erzählte Geschichte eines von seiner Freundin verlassenen Plattenfreaks verpackt. Kureishi, 47, hat in "Intimacy" (1998; deutsch: "Rastlose Nähe", 1999) den schmerzhaft offenen und für alle Beteiligten schonungslosen inneren Monolog eines Mannes niedergeschrieben, der im Begriff ist, Frau und Kinder zu verlassen. Beide Romane wurden erfolgreich verfilmt (von Stephen Frears bzw. Patrice Chéreau) und trugen ihren Autoren den berechtigten Ruf ein, zu den kompetentesten Korrespondenten aus dem Reich der Beziehungskisten zu zählen.

  Beziehungskrisen stehen auch im Zentrum der neuen, vierten Romane von Kureishi und Hornby; in beiden

  1279 Wörter       6 Minuten
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