Sex, Nazis und Hollywood

BERNHARD FETZ | Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

AMERIKANISCHE ESSAYS. Harold Brodkey analysiert amerikanisches Freund-Feind-Denken, die Unterhaltungsindustrie und die eigene Eitelkeit.

Die Wahrheit steht nicht links oder rechts: Sie ist relativ und niemals absolutistisch. Aus Irrtümern an diesem Punkt entstehen Massaker." Das New York der Fünfzigerjahre mit seiner "überwältigenden Schönheit und Sorglosigkeit", das New York der (sexuellen) Subkulturen, das aufgeklärte, eitle Laboratorium für Kunst und Leben war Brodkeys Spielfeld. Es ist die Stadt der gebildeten Leser des New Yorker, in dem Brodkey die meisten seiner Erzählungen und der hier versammelten Essays publizierte. Vielleicht ist die spontane Rede davon, dass dieses großartige Konglomerat New York nach den Terrorattacken nie wieder das sein werde, was es einmal war, nur der unmittelbaren Wahrnehmung der Ereignisse geschuldet. Doch gerade die Lektüre der Brodkey'schen Essays, die größtenteils in den Achtziger- und Neunzigerjahren entstanden sind, bestätigen den spontanen

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