Nix Genaues weiß man nicht

Extra | KARL DUFFEK | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

NEW YORK. Am Beispiel der Stadt New York zerbricht sich E. L. Doctorow den Kopf über unsere Zivilisation. Und plädiert für Skepsis. 

Bekanntheit und Ansehen verdankt der amerikanische Autor E. L. Doctorow seinen vorzüglichen historischen Romanen, besonders "The Book of Daniel", "Ragtime", "Loon Lake" und "Billy Bathgate". In diesen Büchern gelingt Doctorow das seltene Kunststück, pralle Figuren und spannende Plots zu kreieren, ohne hinter die Entwicklungen des literarischen Materials in der Moderne zurückzufallen.

  Wenn er der Verfallsgeschichte des amerikanischen Traums in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachspürt, so wird, bei aller Reverenz ans realistische Erzählen, nie eine naiv unmittelbare Beziehung zum historischen Gegenstand vorgetäuscht: Doctorow weiß um die Macht der Bilder, die uns Reportagen, Filme, populäre Musik und Kriminalromane über diese Zeit eingebrannt haben, und bezieht sie in seine narrative Technik mit ein. Auf diese Weise wird die Zugänglichkeit


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