Der Zwang zum Happy End

DANIEL KEHLMANN | Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

SHORT STORIES. Kurt Vonnegut schrieb seine verstreuten Kurzgeschichten, bevor er zu Kurt Vonnegut wurde, und ernährte damit seine Familie. Der Leser wird nicht wirklich satt.  

Es gibt zwei unterschiedliche Traditionen der kleinen Form. Jene Elemente, die man bei uns gemeinhin mit der amerikanischen Kurzgeschichte gleichsetzt - offene Schlüsse, geschliffene Knappheit, unspektakuläre Themen, meist aus dem privaten Bereich, stilisierte Bedeutsamkeit jedes Details - gehen auf Anton CÇechov und Rudyard Kipling zurück, wurden eine Generation später von Fitzgerald und Hemingway aufgenommen und nach dem Krieg von jungen Schriftstellern des New Yorker, J. D. Salinger, John Cheever und John Updike, zur Perfektion gebracht. Ihren bislang letzten Meister fand diese Traditionslinie in Raymond Carver, ihre viel versprechendsten jungen Vertreter in Richard Bausch und Jhumpa Lahiri.

  Es ist dies eine beispiellose Erfolgsgeschichte; während der Roman des 20. Jahrhunderts in seiner Wurzel experimentell

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige