Im Namen des Vaters

Extra | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

FAMILIENSAGA. Péter Esterházy rekonstruiert in seinem gigantischen Werk "Harmonia Caelestis" seine Familie. Ob er sich dabei an die historischen Fakten hält, ist nicht von Belang.

Man muss sie einfach mögen, die Esterházys: Altadel mit tragischer Verfallsgeschichte, ehedem größte Grundbesitzer, mit Joseph Haydn in freundlichem Mäzenatentum verbandelt, bei den Untertanen (und zwar nicht nur im Burgenland) beliebt, auf der ganzen Welt als kunstsinnig und human geschätzt. Des realpolitischen Einflusses nach dem Ersten Weltkrieg beraubt, vom Kádár-Regime gedemütigt. Eine Familie, der dennoch die Selbstironie und der milde Spott (etwa auf andere europäische Adelshäuser, insbesondere die Habsburger) geblieben ist. So jedenfalls stellt uns der literarische Spross Péter seine Familie in dem gigantischen Opus "Harmonia Caelestis" vor: "schweres Gemorsch, Materie der Immaterialität". Nicht das "Ende eines Familienromans" (wie beim Kollegen Péter Nadas) wird hier dargetan; stattdessen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige