Außer Atem

Extra | TOBIAS HEYL | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

ISRAEL. Der 62-jährige Dramatiker Joshua Sobol hat mit "Schweigen" ein überwältigendes Romandebüt über das Judentum im 20. Jahrhundert vorgelegt. 

Joshua Sobol war in den Achtzigerjahren ein berühmter Mann: Seine Theaterstücke "Weiningers Nacht" und "Ghetto" wurden damals auf so ziemlich allen Bühnen von Bedeutung gespielt. Dann geriet er, zumindest im deutschsprachigen Raum, in Vergessenheit - um nun, mit 62 Jahren, als Romancier zu debütieren, und zwar mit einem Debüt, das seinesgleichen sucht. "Schweigen" ist ein Roman von solcher Perfektion und Überzeugungskraft, wie er normalerweise nur Autoren mit großer Erfahrung als Erzähler gelingt. Das Debüt als Beginn des Spätwerks: oder umgekehrt?

  Worum geht es? Der Erzähler, ein Israeli um die achtzig, blickt auf sein Leben zurück. Ein ganz normales Leben, so suggeriert sein Ton, wenn man einmal davon absieht, dass er seit seiner Beschneidung beharrlich schweigt. Stumm erlebte er seine Kindheit in den frühen Jahren des


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