Ein Kind in besten Jahren

Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

KINDERBUCH. Sie ist pragmatischer geworden, aber noch immer stattet sie ihre Figuren mit einer gesunden Kombination aus Durchsetzungsvermögen und sozialem Gewissen aus: Am 13. Oktober feiert Christine Nöstlinger ihren 65. Geburtstag. 

Jede andere Schriftstellerin hätte man wahrscheinlich schon als "Grande Dame der österreichischen Kinderliteratur" bezeichnet. Bei Christine Nöstlinger traut man sich das nicht. Wahrscheinlich würde sie es sich auch mit der nötigen Häme verbieten. "Grande Dame" klingt schrecklich erwachsen. Und alles, was schrecklich erwachsen, was nach Strebsamkeit, Angepasstsein und übertriebener Ordnungsliebe klingt, ist Nöstlinger zutiefst zuwider. Kommt man zu ihr in die Wohnung, macht man sich schon ein bisschen verdächtig, wenn man sich die Schuhe auszieht. "Was ist das für ein Haushalt, wo man die Schuhe ausziehen muss!"

  Kann gut sein, dass Christine Nöstlinger in jedem Erwachsenen noch das Kind sieht, und über Kinder sagt sie: "Ich bin Kindern gegenüber

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