Lob des Leseexemplars

STEFAN LÖFFLER und KLAUS TASCHWER | Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

BUCHMARKT. Damit Bücher von der Kritik besprochen werden, schicken Verlage großzügig Gratisexemplare zur Rezension aus. Doch nur ein kleiner Teil der Bücher wird tatsächlich besprochen. Was aber geschieht mit dem Rest? Und warum wird trotzdem immer weiter beliefert?  

Schon die Zahl der Vorbestellungen ging in die Hunderte. Sechs Wochen nach Erscheinen von "So lügen Journalisten" waren rund 600 Rezensionsexemplare verschickt - jedoch gerade mal ein müdes Dutzend Besprechungen erschienen. Der Autor Udo Ulfkotte, hauptberuflich Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, war entsetzt. Dabei hatte ihn die Pressechefin der Münchner Bertelsmann-Gruppe, Margit Schönberger, gewarnt: Das sei ein Schnorrertitel, wie er im Buch stehe. Viele Journalisten hätten beim Anfordern von "So lügen Journalisten" angedeutet, sie wollten eigentlich nur wissen, ob sie drin vorkommen - dafür stehen die Chancen in Ulfkottes Fallsammlung weiß Gott nicht schlecht.

  Sein nächster Rundumschlag

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