Die ganze Welt im Buch

Extra | FRANK HARTMANN | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

WISSENSGESCHICHTE. Aus dem Nachlass eines philosophischen Jahrhunderts: die Encyclopédie von Diderot und d'Alembert als Reiseführer auf dem Weg in die Wissensgesellschaft. Zum Jubiläum erscheint eine neue Textauswahl mit dem Anspruch, ein Buch neu zu denken, das seinerzeit die Welt neu zu denken wagte.  

Wissen, vor allem traditionelles Wissen um Handwerkskunst und Wissenschaft, ist ein zentraler Bestandteil der gesellschaftlichen Reproduktion. Aber es dient nicht immer der Aufklärung und der Verbesserung der Menschheit. Seine Konservierung liegt auch im Interesse der Herrschenden; Sammeln und Sichern von Wissen war ein Anliegen nicht nur von akademischem Belang. 1726 erschien das bis heute wahrscheinlich gewaltigste Druckwerk aller Zeiten, gestützt von der kaiserlichen Bürokratie, die damit ihren Nachwuchs qualifizierte: das chinesische "Qinding Gujin tushu jicheng", unglaubliche 750.000 Seiten lang. Aber das war ein Buch für den Staat, nicht für das Volk, ein Buch ohne Publizität.


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