Verneinung der Welt

Extra | MARTIN TREML | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

GEISTESGESCHICHTE. Ein Sammelband zur "Abendländischen Eschatologie" von Jacob Taubes (1923-1987) beackert ein weites Feld zwischen Theologie und Politik, zwischen Kunst und Literatur.

Der letzte expressionistische, vom revolutionären Geist der Veränderung getriebene Denker des deutschen Judentums - zu dem auch das des Habsburgerreichs und seiner Nachfolgestaaten gehört - war Jacob Taubes. 1923 in Wien als Abkömmling einer alten Gelehrtenfamilie geboren, überlebte er die Shoah, weil sein Vater 1936 als Oberrabbiner nach Zürich berufen worden war. In Amerika nach dem Krieg Religionsphilosophie lehrend, erhielt er 1963 an der Freien Universität Berlin den nach Wien ältesten Lehrstuhl zur Erforschung des Judentums auf dem Boden des ehemaligen Nazireichs. Von Taubes erschien zu Lebzeiten ein einziges Buch, seine 1947 in Zürich vorgelegte Dissertation, "Abendländische Eschatologie". Sie bildete Versprechen und Erfüllung in einem.

  Taubes erkannte in religiösen Vorstellungen vom


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