Sieger sehen anders aus

PETER LACHNIT | Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

GESCHICHTE. Der deutsche Kulturhistoriker Wolfgang Schivelbusch hat materialreich rekonstruiert, wie drei grundverschiedene Gesellschaften das Trauma historischer Niederlagen bewältigt haben. 

Wolfgang Schivelbuschs 1978 erschienene "Geschichte der Eisenbahnreise" revolutionierte die Kulturgeschichtsschreibung im deutschen Sprachraum: Nicht um die Geschichte der Eisenbahn oder des Eisenbahnbaus ging es, nein - der deutsche Kulturhistoriker schrieb damals über die Beschleunigung und Mechanisierung des Alltags, über die Veränderungen im psychischen Erleben der Reisenden und in der ästhetischen Wahrnehmung der vorbeiziehenden Landschaft.

  Es sind also die Auswirkungen großer Veränderungen auf die kollektiven Befindlichkeiten und Wahrnehmungen, die Schivelbusch interessieren. Der in Berlin lebende Autor verfolgte dort aus nächster Nähe die Auflösung der DDR hautnah mit, und in seinem neuen Buch, der "Kultur der Niederlage", untersucht er, wie Gesellschaften damit umgehen, wenn

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