Dekunstruktivismus

Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

KUNSTTHEORIE. Stefan Römer geht Modellen von Fälschung als künstlerischer Strategie nach und trägt den Kult ums Original zu Grabe. NICOLE SCHEYERER

Es hört sich an wie die Notlösung eines gestressten Kulturarbeiters: 1973 erschien in einer wichtigen US-amerikanischen Anthologie ein Text mit dem Titel "The Fake as More", in dem eine gewisse Cheryl Bernstein die Kritik einer Ausstellung besprach, die nie stattgefunden hat. Im Beitrag der unbekannten Kunsthistorikerin Bernstein ging es um die Schau eines Newcomers namens Hank Herron, der bei seiner ersten Personale nichts anderes als genaue Kopien von Frank Stellas Gemälden präsentierte. Durch diesen Aufsatz, der erst 13 Jahre später als von Carol Duncan verfasster Fake enttarnt wurde, avancierte der erfundene Herron zu einem Vorläufer der so genannten appropriation art der Achtzigerjahre, also der Kunst der Aneigung und Umdeutung anderer Kunstwerke.

  Die Erfolge von Fälschern waren immer schon ein reizvolles Thema. In einer


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