PHILOSOPHIE: Mit Leib und Seele

Extra | ROBERT CZEPEL | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

Stellen Sie sich eine Nuss vor, die so hart ist, dass sie prinzipiell nicht zu knacken ist. Wie reagieren Sie? Im Prinzip stehen Ihnen zwei Möglichkeiten offen. Entweder sie verehren die Nuss als Zeichen eines Naturwunders - oder Sie werfen sie einfach weg und leugnen auf diese Weise deren Widerständigkeit.

  In der Philosophie gibt es im Übrigen ein ganz ähnliches Beispiel: das so genannte Leib/Seele-Problem, also die Frage nach dem Verhältnis von Materie und psychischen Qualitäten. Auch hier gibt es zwei Ansätze, sie bilden die Endpunkte eines Koordinatensystems möglicher philosophischer Positionen: Entweder man betrachtet das Leib/Seele-Problem als trivial, gewissermaßen als gar nicht existent - oder man erklärt es als unlösbar. Zwei Autoren haben sich in letzter Zeit nahe diesen beiden Endpunkten positioniert: der bekannte US-amerikanische Neurophilosoph Paul Churchland legt uns in seinem Buch "Die Seelenmaschine" anhand von Beispielen über die Leistungen künstlicher neuronaler

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