Die Punk-Protokolle

SEBASTIAN FASTHUBER | Extra | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

MUSIKGESCHICHTE. Nach langem Warten endlich auf Deutsch: "England's Dreaming", John Savages monumentale Chronik der Sex Pistols und der Punk-Kultur. 

Als 1976 in London Punk losbrach, war die heutige Kernkäuferschicht von Popmusik noch nicht einmal auf der Welt. Spätgeborene kennen vielleicht noch "Anarchy In The UK", The Clash, Punk als Stil hipper Modeschöpfer und die Punkdarsteller mit vierbeiniger Begleitung, die in und um U-Bahn-Stationen stets dringend ein paar Schillinge brauchen. Doch auch wenn von Punk auf den ersten Blick nicht viel geblieben sein mag, so hat diese Jugendbewegung trotzdem so viel verändert wie kaum eine andere vor oder nach ihr.

  "Die Vitalität des Punk hält an, und sein Virus wirkt - fünfundzwanzig Jahre nach seinem Höhepunkt - nicht als Musik, als Kultur oder als Band weiter, sondern als allgemeines Symbol für jugendliche Unzufriedenheit, Rebellion und Störung der öffentlichen Ordnung. Wenn nichts infrage gestellt wird, wird schließlich auch nichts

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