GASTRONOMIE: Der Punk-Koch

Extra | STEFAN LÖFFLER | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

Man nehme Sex, Drogen und böse Jungs, gebe dazu praktische Lebenshilfe für Restaurantgänger (man meide Muscheln, billiges Sushi, Eintöpfe, Brunch) und spare vor allem nicht an Zynismus. Das Rezept klingt einfach, wird dem abgekochten Anthony Bourdain aber so schnell nicht nachgemacht werden. Als Zehnjähriger schockte der US-Amerikaner seine Familie, als er bei einem Bootsausflug eine dreckverkrustete Auster genüsslich vor aller Augen schlürfte. Statt zu studieren, jobbte der Frühbegabte als Küchenjunge. Irgendwie musste er seine Heroinsucht ja finanzieren. Dabei erlebte er die Schürzenjagd der besonderen Art, nämlich durch Kellnerinnen und weibliche Gäste. Er lernte die Freuden von Sex in der Kühlkammer kennen und wusste, wo fortan sein Platz war: in der Küche.

  Bourdain ging zum CIA (Culinary Institute of America), verblüffte seine Ausbildner mit dem heimlichen Einsatz von Zellophanwürze, die er aus dem Ärmel schüttelte, und brachte es bald zum Küchenchef. Es ist der


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