Kampfplatz Theater

Extra | KARIN CERNY | aus FALTER 41/01 vom 10.10.2001

KULTURGESCHICHTE. Sozialpartnerschaft im Theater: "Theater im Wiederaufbau'" legt Ziele und Methoden der politischen Interessengruppen offen.  

Kennen Sie die "Wiener Dramaturgie"? Was sich relativ harmlos anhört, war ab 1957 bis Mitte der Sechzigerjahre das deutlichste Beispiel dafür, dass es sozialpartnerschaftliche Strukturen auch im Bereich des Theaters gab. Die Wiener Dramaturgie war für die Ausgabe der Generalthemen der Wiener Festwochen zuständig, sie suchte einen "Wiener Stil", stimmte unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Spielpläne der Wiener Großbühnen aufeinander ab und versuchte so auseinander strebende Kräfte zu harmonisieren.

  "Die Wiener Dramaturgie", so schreibt die Grazer Universitätsprofessorin für Dramaturgie, Theater- und Literaturgeschichte Evelyn Deutsch-Schreiner in ihrer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit "Theater im Wiederaufbau'", "war ein Steuerinstrument in Theaterangelegenheiten, was der politischen Kultur einer Gesellschaft entsprach,


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