Medien als Diskurswerfer

Medien | MARC RIES | aus FALTER 42/01 vom 17.10.2001

ESSAY. Nach Terroranschlägen und Vergeltungsschlägen verengt sich die Welt zu einem einzigen politischen Raum. Über Massenmedien als Zivilisationsmaschinen. 

Was wir am 11.9. und an den folgenden Tagen und Wochen sehen und verfolgen konnten, ist zum einen ein gewaltiger Terroranschlag gegen das mächtigste wirtschaftliche und militärische System unserer Zeit, vielleicht auch "gegen die ganze westliche Zivilisation", und der Versuch einer Vergeltung. Zum anderen jedoch erfahren wir mit den Ereignissen die konsekutive Versicherung darüber, dass wir Teilnehmer und Teilnehmerinnen dieses Dramas qua Massenmedien sind und uns also aus unserer Mitverantwortung an dem, was zu diesem Anschlag geführt hat und dem, wo dieser Anschlag hinführen wird, nicht entziehen können. Denn eigentlich ist die von den Medien praktizierte "Überbelichtung" die Überbelichtung der Empfänger selbst, welche, mit ungeheurem Datenmaterial konfrontiert, sich nun weltpolitisch positionieren müssen.

  World


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