Kommentar - Boris Groys: Abschied einer Lichtgestalt

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 42/01 vom 17.10.2001

Ende November wird Boris Groys nach nur neun Monaten seine Tätigkeit als Rektor der Akademie der bildenden Künste beenden. Bei der Wahl im letzten Herbst konnte er sich nur knapp gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Jetzt geht er wieder, weil sich der - noch zu unterzeichnende - Dienstvertrag mit dem Ministerium in Wien nicht mit seinen beruflichen Verpflichtungen an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe vereinbaren lässt.

Der mit seinen kunsttheoretischen Schriften ("Über das Neue" et al.) international bekannt gewordene Groys gab seine Lehrtätigkeit in Deutschland nicht gänzlich auf; in der Ferienzeit fuhr er zu Blockseminaren nach Karlsruhe. Diese Lehrbegeisterung war nun - zumindest offiziell - ausschlaggebend für den schnellen Rückzug vom Rektorenposten an der Akademie. In Wien war Groys nur für vier Jahre gewählt worden, in Karlsruhe wartet auf ihn eine unbefristete Professur für Medientheorie. "Für meine Berufstätigkeit als Forscher geht diese Lebenszeitprofessur


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