Mit europäischem Ekel

Kultur | CHRISTIAN ZILLNER | aus FALTER 42/01 vom 17.10.2001

LITERATUR. Der soeben mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete V.S. Naipaul ist keineswegs unumstritten, hat er doch die so genannte "Dritte Welt" stets mit mitleidlosem Blick betrachtet. 

Er sei erst elf gewesen, schrieb Vidiadhar Surajprasad Naipaul vor zwei Jahren in der New York Review of Books, "als mich der Wunsch überfiel, ein Schriftsteller zu werden. Aber dann war dieser Ehrgeiz, ein Schriftsteller zu sein, für viele Jahre bloß Heuchelei."

  Der soeben zum Nobelpreisträger für Literatur ernannte Naipaul wurde 1932 auf Trinidad geboren: "Wir waren eine Gemeinschaft asiatischer Einwanderer auf einer kleinen Plantageninsel in der Neuen Welt. Für mich schien Indien sehr weit weg, mythisch, dabei war unsere Familie in all ihrer weiten Verzweigung vor nur ungefähr vierzig oder fünfzig Jahren aus Indien emigriert." Diese Entrücktheit sollte sein schriftstellerisches Werk bestimmen: "Fast mein ganzes Leben habe ich in Ländern zugebracht, wo ich ein Fremder war. Als Schriftsteller


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