Stocknüchtern und uncool

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 42/01 vom 17.10.2001

MUSIK. Rednecks, Freaks und der Faschismus der Coolness: zu Besuch bei Garbage in der Provinz des amerikanischen Mittelwestens. 

Madison, Wisconsin, im Juni dieses Jahres. Der Lake Monona liegt spiegelglatt im Sonnenlicht. 1968 starb Otis Redding, als sein Flugzeug in dieses Gewässer stürzte. Doch statt dem "Dock of the Bay" am Seerand nur eine Promenade aus von allen Spuren des Lebens befreitem, weißem Stein. Hier ist sogar unter freiem Himmel noch das Rauchen untersagt. Verständlich, dass eine Band, die in dieser sauberen Hauptstadt des Mittelwestens verwurzelt ist, sich ausgerechnet Garbage (Müll) nennt. "Wir haben hier nie hineingepasst", wird Steve Marker von Garbage später bei unserem Interview erklären, "aber wahrscheinlich fühlen wir uns wohl in der Rolle der Außenseiter. Andere wären vielleicht nach New York oder Hollywood gezogen, um sich dort mit all den anderen Freaks zusammenzutun, die nicht hinpassten, wo sie herkamen. Wir haben uns entschlossen, hier zu bleiben


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