NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 42/01 vom 17.10.2001

POP

k.d. lang: live by request

Warner

k.d. lang lieben wir, weil ihre Songs uns sagen: Schwäche ist Stärke, Übernachtigkeit ist sexy, und das Traumhaperte ist nur die somnambule Schwester tagheller Souveränität. Oder so. Das Problem des vorliegenden Live-Mitschnitts aus dem John Jay College of Criminal Justice ist, dass die Begleitband zu viel Druck macht und k.d. lang tut, als wäre Liebeskummer ein Hochleistungssport. So ab Track sechs erfangen sich aber alle und treten etwas leiser. Da wirken k.d. langs vokale Manierismen wieder stimmig. Das zwischen Oper und Ennio Morricone schwankende Pathos von "Don't Smoke in Bed", die schmachtenden "Koyoten-Rufe" (die die Geliebte zum Öffnen der Türe bewegen sollen) auf "Barefoot", die inbrünstig faulen Glissandi auf "Wash Me Clean": All das und erst recht das verhaltene "Simple", mit dem das Konzert ausklingt, stimmen doch sehr versöhnlich. Warum nicht gleich?!

KLAUS NÜCHTERN

Blow Up presents Exclusive Blend Vol. 4

Blow Up Records / Record

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