Jehova klingelt zweimal

Stadtleben | MICHAEL NOTHNAGL | aus FALTER 42/01 vom 17.10.2001

GLAUBE. Österreichs Zeugen Jehovas besinnen sich jetzt auf das Wesentliche im Leben: "Unterwerft euch Gott" lautet das Thema einer intensiven Fortbildungsreihe. Die Zeugen wollen bekehren - aber kaum jemand lässt sich davon überzeugen. 

Einmal pro Woche, zwei Stunden lang, reden Herr Noll und sein Mitbruder Herr Kellner über die Freiheit. Oder über Drogen. Sie fragen in irgendeine Gegensprechanlage, "ob man sich in der heutigen Zeit noch an die Bibel halten solle", und warten, was sich tut. Wie zwei Vertreter, mit Krawatte und Mascherl, wandern sie im gutbürgerlichen Hietzing von Tür zu Tür und führen Protokoll über ihre Schäfchen - auch wenn die nichts von ihren Hirten wissen: schreiben auf, wo es in der Sprechanlage nur "klick" gemacht hat. Wo jemand vorgab, keine Zeit zu haben und wo der 16-jährige Sohn alleine zu Hause war und mit ihnen so nett geplaudert hat, dass sie aus ihren schwarzen Aktentaschen die Broschüre "Der Sinn des Lebens" zauberten. Kostenlos, aber, wie


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